![]() | 15. Januar 2010 Umgang mit der Öffentlichkeit/dem Outing Hallo liebe Gruppenmitglieder. Michaela und ich haben uns folgendes Thema überlegt. Umgang mit den Suchtstoffen und der Öffentlichkeit/dem Outing Wie haltet ihr es mit euren Mitmenschen? Bleibt es euer kleines Geheimniss? Sagt ihr offen, was Sache ist, oder geht es die Anderen nichts an? Sagt Ihr, daß ihr z.B. keinen Allkohol trinkt, nie never ever? Woran macht ihr es Fest, ob Ihr es sagt, oder für Euch behaltet? Mich würde interessieren wie das bei euch so ist. Natürlich meine ich alle Suchtstoffe. Natürlich ist es mit illegalen Drogen etwas anderes. Last mal von euren Erfahrungen hören. Als erstes möchte ich euch auf die Öffentlichkeit des Themas hinweisen. Falls es jemanden stört, müsten wir die Mods bitten es auf Privat zu stellen. Bedenkt dabei, daß dann keine Aussenstehenden an diesem Thema teilnehmen können. Ich selber stehe zu meiner Alkoholsucht. Da ich schon mehrere Jahre trocken bin habe ich kein Problem es klar und unmissverständlich zu sagen. Im Gegenteil: Ich habe so sämtliche Brücken abgerissen. Durch meine Reisetätigkeit komme ich mit vielen Nationen und Leuten zusammen. Das sind manchmal komische Situationen, wenn ich den Umtrunk ablehne. *LOL* In Usbekistan wurde ich nach heftiger Diskusion um den Wodka als Moslem eingestuft. Schliesslich muste es ja einen Grund geben warum ich nicht trinke. Das war schon lustig. Alle haben mir auf die Schulter geklopft und weiter ging der Umtrunk. Ich mit Wasser. Das soll mal genügen. Und nun schwingt die Tastaturen. LG Bernd |
![]() | 15. Januar 2010 Servus Bernd und die anderen Mitleser, ich halte es so wie Bernd. Und das seit ca. nem halben Jahr nach Beendigung meiner Trinkerkarriere. War anfänglich schwer, da die "Scham" ja immernoch eine Rolle gespielt hat, aber dadurch, daß ich durch die Bank nur positives Feedback bekommen habe, fällt es mir heute so garnicht mehr schwer Ein wichtiger Grund, warum ich sehr offen mit meinem Alkoholismus umgehe, ist der, daß ich z.B. überhaupt keine Lust drauf hätte, mir immer wieder neue Ausreden ausdenken zu müssen, warum ich nicht mittrinke. Sicherlich geh ich mit meiner Krankheit nicht hausieren, warum auch. Aber ich habe sie nunmal und ich kann gut mit ihr leben. Und - warum sollte ich mich JETZT schämen, weil ich KEINEN Alkohol trinke. Schämen sich Nichtraucher auch?? Ich weiß für mich, daß mich ein Rückfall mein Leben kosten kann. Warum sollte ich also nicht alles dafür tun, um eben dieses Risiko zu minimieren, soweit es geht? Liebe Grüße Rubens |
![]() | 15. Januar 2010 hi ihr lieben eine sucht ist eine krankheit und eine grippe oder husten versteckt man ja auch nicht.... also ich hatte wie gesagt sehr viel glück damals, dass ich nie von irgendeiner droge abhängig wurde.... irgendwann ging es sogar in die andere richtung und ich hatte gar kein bock mehr irgendwas zu nehmen..... die einzige narbe an die zeit ist die hep c und die erinnerungen ( welche ich auch ehrlich gesagt nicht missen möchte).... hab damals die verrücktesten leute kennengelernt, sehr liebe und meistens auch intelligente menschen. einige sind leider schon im himmel, zu den anderen hat man automatisch keinen kontakt mehr, weil man sich ja von ihnen distanziert! alkohol trink ich gerne mal an den wochenenden oder bei einer feier, manchmal auch etwas viel aber dann trink ich wieder wochenlang keinen tropfen.... tja und das liebe rauchen..... oh je, ich rauche ca 30 stück am tag! wünsch hier allen, die in einer sucht sind, den richtigen ausweg mit viel kraft...... lg devot |
![]() | 15. Januar 2010 Natürlich meine ich alle Suchtstoffe. Natürlich ist es mit illegalen Drogen etwas anderes. Warum ist das was anderes ? |
![]() | 15. Januar 2010 ich glaub, da ist nur ein kleiner tippfehler drin.... |
![]() | 15. Januar 2010 Olà, ich geh mit meinem Alkoholismus auch ehr offensiv um, da ich es mittlerweile als eine meiner "Stärken" betrachte trocken zu sein. Hausieren geh ich damit jedoch nicht - warum auch. Darauf angesprochen bemühe ich meist den Satz: "Ich hab die Menge Alkohol, die für mein Leben gedacht war schon auf." Kommt immer ein bißchen auf meinen Gegenüber an ob ich das erwähne. Jedenfalls sag ichs Menschen, die mir näher stehen ziemlich bald. Die meisten haben es sich dann auch schon gedacht. Es ist schließlich ein Teil meiner Lebensgeschichte und gehört zu mir. Gruß der Heiko |
![]() | 15. Januar 2010 charles bukowsky sagte mal, als man ihn fragte, ob er ein alkoholproblem habe.... "ja, immer wenn ich keinen alkohol habe"..... relativ recht hat er damit..... |
![]() | 15. Januar 2010 Also.... Habe sehr gemische Erfahrungen damit gemacht. Ich checke nun...obs passt. Meine festtellung ist...ich habe kein Problem damit unzugehen...aber teilweise die Umwelt...die dann versucht mir ein Problem daraus zu machen. Bsp.: an einem meiner Arbeitsplätze habe ich das auf gemacht-da sind dann mal 70 Euro abhanden gekommen...also...geklaut worden und...ratet mal wer verdächtigt wurde. Das andere mal...hat man mir von der Leitung aus vollstes Vetrauen zugesprochen und im selben Atemzug durfte ich dann" bis in 4 wochen einen drogentest auf eigene Kosten abliefern". LG jokar |
![]() | 15. Januar 2010 Offenheit ... jein Ich stehe auch zu meiner Sucht als Krankheit und nicht als Makel oder Charakterschwäche. Es gibt also nichts zu verstecken. Allerdings laufe ich nicht mit einem Schild um den Hals rum. Ich kenne Süchtige, die nach der Thearapie jedem, ob er es hören wollte oder nicht, ob er damit umgehen konnte oder nicht, von ihrer Sucht erzählten. Meine Freunde, Verwandte und ein Teil meiner Angestellten wissen davon. Ich unterscheide sehr exakt zwischen Privat- und Geschäftsleben. Die Aufklärung ist viel weiter zurückgeblieben als man denkt. Viele wissen einfach nichts oder das Falsche oder sind einfach nicht bereit einen Süchtigen als gleichberechtigten und zuverlässigen Partner zu akzeptieren. Deshalb bin ich vorsichtig. Es ist allerdings weniger ein Verstecken als ein genaues Abwägen von Nutzen und Schaden. Privat gibt es keine Diplomatie. Dort spiele ich mit offenen Karten. Auch ich habe die Zeit nach der Therapie zu einem kompletten Neuanfang genutzt. Firma verkauft, falsche Freunde entsorgt und den Wohnort gewechselt. Es macht vieles einfacher und war aus meiner Sicht die einzige Variante für einen erfolgreichen Neuanfang. Es ist kein Allheilmittel. Vor allem dann nicht, wenn man Familie hat. Bei mir hat es gepasst. Die Offenheit und damit das Bekenntnis zur eigenen Erkrankung ist auch bei mir ein Teil des Erfolges. Eine Unterscheidung der Art der Sucht mache ich bei keinem. Die Verhaltensmuster sind vom Suchtmittel unabhängig. Nur die physische Wirkung unterscheidet sich. Herzlichen Gruß Hank |
![]() | 15. Januar 2010 Illegales Natürlich meine ich alle Suchtstoffe. Natürlich ist es mit illegalen Drogen etwas anderes. Da hab ich mich mal selber zitiert. Das meine ich schon so. Ich selber hatte "nur" mit Alk zu tun. Ich habe immer die Verfügbarkeit des Suchtstoffs gehabt. Hatte ich Bock auf Saufen habe ich immer irgend einen zum Volltexten und Mitsaufen gefunden. Ich stelle mir das bei den illegalen Drogen anders vor. Das geschieht mehr heimlich. Alleine die Verfügbarkeit ist doch schwieriger. Ich habe von der ganzen Dealerei nie was mitbekommen. Ich hatte da nix mit am Hut und mich hat fast nie einer auf sowas angesprochen. Ich war wohl der stinknormale Alkkonsumenrt und glücklich im Dusel. Diese Heimlichkeit meine ich mit anders. Helft mir auf die Sprünge, wenn ich falsch liege. Bernd |
![]() | 15. Januar 2010 es ist aber ähnlich, wie bei drogensüchtigen.... die suchen und finden sich dann auch.... klar nimmt man illegale drogen heimlich aber trotzdem ja mit dem "freundeskreis" wie gesagt, bin stolz auf alle hier, die ihre sucht bekämpft haben oder gerad dabei sind, es zu tun.... es ist ein laaaaanger, schwerer weg.... viel glück! |
![]() | 15. Januar 2010 Ich stelle mir das bei den illegalen Drogen anders vor. Das geschieht mehr heimlich. Naja, gut, da ließe sich jetzt trefflich drüber streiten. Ich für meinen Teil halte es so, immer, grundsätzlich, das jeder nähere Bekannte; von potentiellen Partnern ganz zu schweigen, über meine Sucht informiert wird. Ab da kann der-/diejenige sich entscheiden ob er/ sie weiter Kontakt mit mir haben will. |
![]() | 15. Januar 2010 gehts hier nur um alkoholsucht oder auch über andere dinge`? mal lieb frag.. sonst kann ich gerne mal was dazu schreiben, wie es mit meiner sucht ist |
![]() | 15. Januar 2010 ich geh mal stark davon aus, dass es hier um ALLE süchte geht, ansonsten könnte sich die gruppe ja auch "lieber stadtbekannter säufer als anonymer alkoholiker" nennen...... oder so ähnlich...... bin manchmal etwas dreist, es sei mir verziehen..... |
![]() | 15. Januar 2010 gehts hier nur um alkoholsucht oder auch über andere dinge`? mal lieb frag.. Ich frag mal mit....... Aber egal ob der Antwort. Mit illegalen Süchten steht man grundsätzlich auf der falschen Seite. Es ist ein Unterschied ob ich jemandem erzähle ich sei Alkoholiker, oder ich sei Junkie. Hab bei meinen Bekanntschaften schon die dollsten Dinger erlebt; von Kinnlade runterfallend, bis hin zu absoluter Ingnoranz, soll heißen, zeitlgeich mit meinem Outing war ich unten durch. |